HOMESTORY im März
Was passiert eigentlich mit den künstlerischen Arbeiten, die auf Ausstellungen und Auktionen verkauft werden? Wo sind sie? Wer besitzt sie? Wie wurden sie platziert? Oft verschwinden Kunstwerke in privaten Räumen oder Depots und sind einer breiten Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich.
Die Reihe HOMESTORY verfolgt die Reise der bei ato.black verkauften Arbeiten, mit dem Ziel, den Dialog über den Verkauf hinaus aufrechtzuerhalten - für die Künstler*innen, die Käufer*innen und alle Interessierten. In dieser Serie werden die Käufer*innen gebeten die künstlerische Arbeit zu fotografieren und einige Fragen zu beantworten.
Im März zeigen Sophia und Konstantin das Kunstwerk "Yello Jacket" des Künstlers Nemanja Sarbajic. Man kann die großformatige Malerei von Nemanja nicht schöner zusammenfassen als mit dem Wort "KNALLER", so wie es Sophia und Konstantin in diesem Interview gemacht haben. Das Bild wurde im Querformat gehängt und befindet sich nun im Wohnungsflur der Beiden.
Beim Betreten der Wohnung fällt der Blick zuerst auf die Malerei, denn dem Gelb kann man sich nur schwer entziehen. Tritt man näher heran, fällt auf, dass sich hinter der knalligen Oberfläche eine oder mehrere weitere Farbschichten befinden – tiefere Ebenen tun sich auf, die auch einen Dialog zum Raum öffnen. Der Hausflur ist nämlich immer auch Vorbote der sich ihm anschließenden Räumlichkeiten. Das Kunstwerk und der Flur - Objekt und Raum - ergänzen sich somit und können als Spiel mit dem Verborgenen, der Vorahnung, dem ersten Eindruck und seiner Ein- oder Auflösung verstanden werden.
Foto von Sophia und Konstantin
Sophia und Konstantin, wo habt ihr die künstlerische Arbeit zum ersten Mal gesehen?
Bei Nemanja in seinem Atelier im Karlsruher Nordbecken.
Warum habt ihr euch für den Kauf dieser Arbeit entschieden?
Wir hatten am Ende eine große Auswahl an Bildern im Atelier ausgebreitet, aber unser Blick ist immer wieder an der "Yellow Jacket" hängen geblieben. Es hat uns einfach angezogen.
Im Endeffekt war es eine Bauchentscheidung. Und das sind ja bekanntlich die besten Entscheidungen.
Ist das euer erstes Kunstwerk, was ihr gekauft habt?
Nein. Wir haben schon ein anderes, sehr großformatiges und monochromes Bild von dem iranischen Künstler Parviz Massoudi hier aus München.
Warum habt ihr die künstlerische Arbeit an diesem Ort platziert?
Wir haben einen typischen Altbau-Flur mit sehr hohen Decken.
Wir haben uns dazu entschlossen, das Bild quer statt eigentlich hochkant zu hängen.
Das streckt den Raum nochmals optisch.
Das plakative Gelb erdet den Raum irgendwie.
Inwiefern hat das Kunstwerk den Raum verändert?
Seitdem das Kunstwerk im Eingangsbereich hängt, wirkt dieser viel wärmer und einladender.
Es ist nicht mehr nur ein zweckmäßiger Flur.
In welchen Momenten bleibt euer Blick am Kunstwerk haften?
Um ehrlich zu sein, IMMER wenn wir unsere Wohnung betreten, bleibt unser Blick unwillkürlich am Bild hängen. Man kann dem Bild nicht "ausweichen" (im positiven Sinne)!
Was mögt ihr am Liebsten an der künstlerischen Arbeit?
Das expressive, leuchtende Gelb und eine gewisse "Wildheit" bringt eine stetige Lebendigkeit in den Raum. Das passt einfach zu unserer derzeitigen Lebenssituation mit drei Kindern, viel Arbeit, ...
Was sind eure Gedanken, wenn ihr die Arbeit (in diesem Moment) betrachtet?
Sehr guter Kauf!!! Nicht mehr wegzudenken.
Wenn ihr das Kunstwerk mit einem Wort beschreiben könntest, welches wäre das?
KNALLER.
Gibt es etwas, das ihr dem Künstler sagen oder fragen möchtet?
Schau doch mal, ob du was in München machen kannst!?!